BlogNotiz.De / Kontraste aus Frankfurt am Main /

14Jul/100

“Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben.” (Antoine de Saint-Exupéry, Der Kleine Prinz)

Wenn ich mir meine Archivbilder anschaue und dabei merke, dass ich seit Monaten die Kamera nicht mehr angefasst habe, dann deprimiert das schon leicht.

Zeit zu haben und Zeit zu finden ist nicht wirklich dasselbe. Oder doch? Oh Mann.......Nein, ich bin nicht ausgebrannt und nein, ich bin auch nicht depressiv. Ich nehme mir im Moment einfach zu wenig Zeit für die Dinge, die mich ausgleichen. Das Bild hier entstand vor mehr als 1 Jahr, Januar 2009. Das war eine Zeit, in der ich regelmäßig, fast wöchentlich Spazieren war. Ob ich da nun Bilder dabei geschossen habe oder nicht......
Langsam genug zu gehen, um immer in der Sonne zu bleiben ist natürlich nicht wirklich möglich, denn dann müßte ich mich mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1800 km/h bewegen.....hat mir mal ein Freund gesagt :-)

Aber es drückt genau die Sehnsucht aus, die uns hochzivilisierten Menschen in Mitteleuropa tief im Herzen liegt: Sonne tanken und einfach mal abschalten ;-)

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5Jan/102

Winterwonderland – Teil 2

Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich einen MAC habe?

Jedenfalls, nach einem ausgedehnten Spaziergang in Schwanheim hatte ich nichts besseres zu tun, als an meinem neuen Macbook :mrgreen: die beiden Bilder zu bearbeiten.

Ich bin zwar eher ein Sommer Typ, aber eine verschneite Landschaft hat doch einen gewissen Reiz. Vor allem ist die Ruhe, die man dann "hört" unbeschreiblich.

"Silence and I" ist ein Titel von von Alan Parsons, den Eric Woolfson noch geschrieben hat, bevor er letzten Monat verstorben ist. Auf der Nokia Night of the Proms wurde genau dieses Lied in Gedenken an ihn vorgestellt. Das ist der Titel des ersten Bildes mit dem Baum. Ich fand ihn sehr passend, da das Lied etwas melancholisches und trauriges hat.

Das zweite Bild soll mir persönlich einfach nur sagen, dass Bokeh nicht alles ist, daher hab ich es "Bokeh is not everything" genannt. Mit Blende 2 oder noch offener fotografieren zu können, bedeutet noch lange nicht, dass man ein gutes Ergebnis damit erzielt. ;-) Oder doch? Ich jedefalls liebe diese Art der Bilder, egal was man darauf sieht. Bokeh ist doch was feines und es geht doch nichts über Licht. Was noch besser als Blende 2 ist? Blende 1,4? :mrgreen:

Silence and I Bokeh is not everything

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6Feb/092

Ist das Leben nicht schön….seltsam?

Das Leben ist schon manchmal seltsam. Nein, wir Menschen sind schon manchmal seltsam. Das was wir haben, schätzen wir nicht und das nach was wir uns sehnen, wollen wir nicht. Jedenfalls nicht wirklich. Oder doch? Das ist es ja, es ist so widersprüchlich. Manchmal jedenfalls.

Aber Gott sei dank gibt es feste Punkte, die nicht so voller Widersprüche sind und an denen wir uns orientieren können. Unsere Ehe, unsere Freunde, die Arbeit, unser ganzes soziales Netz. Und auch diese Stange hier mit den Fluss-Möwen in Frankfurt. :-) Nein, sie dient nicht zur Orientierung in wichtigen Lebensfragen, aber sie ist einer von vielen Ruhepunkten in Frankfurt, den ich so liebe. Ich komme sehr gerne und auch oft hierher auf die Brücken über dem Main und schaue mir die Möwen an. Man muss nur einige Minuten dort stehen und die Vögel beobachten. Ich find's klasse, wie ruhig sie da sitzen. Das sieht sehr elegant aus und macht mich etwas neidisch. Ich mein diese Ruhe zu haben, einfach nur zu sitzen und den Main unter sich fließen zu lassen.

Das Leben geht weiter, so wie der Main weiterfließt. Und das ist auch gut so. Nur manchmal würde ich gerne das Leben mit einer Fernbedienung steuern. Vorspulen, wenn ich ungeduldig bin, zurückspulen, wenn ich es nochmal oder anders erleben möchte. Und zum Glück geht das nicht. Die Kunst liegt glaub ich darin, jeden Moment des Lebens als das anzusehen, was er auch ist: einmalig. Und diesen Moment auch so respekt- und würdevoll zu behandeln. Denn er kommt nie wieder.

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4Feb/090

Stadtansichten und die Ruhe

Die letzten Tage bin ich einfach mal durch die Stadt gelaufen, weil ich alleine sein wollte. Alleine in der Stadt? Das geht wirklich. Man glaubt gar nicht wie anonym man in einer Stadt wie Frankfurt sein kann. Es ist ein Widerspruch in sich. So viele Menschen auf einem Haufen und doch ist man wirklich alleine, wenn man es möchte. Es war interessant zu sehen, wie ich in dem Trubel des Geschehens wirklich Ruhe gefunden habe. Ich konnte endlich mal in Ruhe nachdenken.

Natürlich, es ist eine andere Ruhe, als diejenige, die man erlebt, wenn man am Main spazieren geht. Auch das hatte ich die Tage gemacht. Und auch das war herrlich. Abzuschalten, nachzudenken und nur den Main an sich vorbei laufen zu lassen.

Ich weiß nicht, welche Art der Ruhe mir mehr zusagt. Beides hat was. Ich denke, wenn wir in so einer hektischen Zeit Ruhe brauchen, ist es recht egal, wo wir sie finden. Im Moment merke ich nur, dass es extrem wichtig ist, so einen Ort der Ruhe zu kennen. Jeder braucht mal eine Auszeit, einen Ausgleich. Manchmal muss man einfach loslassen, um beide Hände frei zu haben, Dinge neu anpacken zu können.

Jedenfalls merke ich, dass ich Ruhe brauche; diesen Ausgleich, weg von der Hektik des Alltags. Das Fotografieren ist in so einer Situation reine Therapie. Und sogar eine, die Spaß macht :-)

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