Ist das Leben nicht schön….seltsam?
Das Leben ist schon manchmal seltsam. Nein, wir Menschen sind schon manchmal seltsam. Das was wir haben, schätzen wir nicht und das nach was wir uns sehnen, wollen wir nicht. Jedenfalls nicht wirklich. Oder doch? Das ist es ja, es ist so widersprüchlich. Manchmal jedenfalls.
Aber Gott sei dank gibt es feste Punkte, die nicht so voller Widersprüche sind und an denen wir uns orientieren können. Unsere Ehe, unsere Freunde, die Arbeit, unser ganzes soziales Netz. Und auch diese Stange hier mit den Fluss-Möwen in Frankfurt.
Nein, sie dient nicht zur Orientierung in wichtigen Lebensfragen, aber sie ist einer von vielen Ruhepunkten in Frankfurt, den ich so liebe. Ich komme sehr gerne und auch oft hierher auf die Brücken über dem Main und schaue mir die Möwen an. Man muss nur einige Minuten dort stehen und die Vögel beobachten. Ich find's klasse, wie ruhig sie da sitzen. Das sieht sehr elegant aus und macht mich etwas neidisch. Ich mein diese Ruhe zu haben, einfach nur zu sitzen und den Main unter sich fließen zu lassen.
Das Leben geht weiter, so wie der Main weiterfließt. Und das ist auch gut so. Nur manchmal würde ich gerne das Leben mit einer Fernbedienung steuern. Vorspulen, wenn ich ungeduldig bin, zurückspulen, wenn ich es nochmal oder anders erleben möchte. Und zum Glück geht das nicht. Die Kunst liegt glaub ich darin, jeden Moment des Lebens als das anzusehen, was er auch ist: einmalig. Und diesen Moment auch so respekt- und würdevoll zu behandeln. Denn er kommt nie wieder.
Share on FacebookEin Gedicht von Maschka Kaleko
Diese Zeilen gehen mir im Moment wieder sehr nahe, wenn ich so darüber nachdenke. Es ist nun 5 Monate her, seitdem meine Oma gestorben ist und 3, seitdem mein Onkel von uns gegangen ist. Jedesmal, wenn ich Bilder meiner Oma oder von meinem Onkel sehe, fällt es mir schwer zu glauben, dass sie nicht mehr da sind. Das ging irgendwie so schnell. Oder habe ich die Zeit einfach nur nicht wahrgenommen und es kam mir nur so schnell vor?
Share on FacebookVor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tod derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
Allein im Nebel tast ich tod-entlang
und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr:
- Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der anderen muss man leben.
Wichtigkeiten
Nachdem man einen geliebten Menschen hat gehen lassen müssen, denkt man glaube ich wesentlich intensiver über die Wichtigkeiten, die Unwichtigkeiten und eben den Rest des Lebens nach.
Zeit vergeht so schnell
Heute morgen um 11 Uhr ist meine Omi in einem Krankenhaus in Belgrad verstorben. Sie war schon über 80, hatte aber trotzdem immer noch ein aufbrausendes Temperament. Es ist jetzt etwas mehr als 5 Jahre her, seitdem ich sie das letzte mal sah. Unseren jüngsten Sohn kennt hat sie nie kennengelernt. Bei jedem Telefonat hat sie immer gefragt, wann ich denn mal nach Belgrad kommen würde, um ihn zu sehen. Und immer gab es etliche Gründe es nicht zu tun. Die Zeit vergeht so schnell. Verdammt schnell. Kaum hat man sich umgedreht, ist auch schon vieles einfach nur vorbei.
Weihnachten
Ist das nicht eine schöne Zeit? Weihnachten. Mal abgesehen von all dem kommerziellen Rummel, finde ich diesen Abschnitt des Jahres so unglaublich wertvoll. Es ist die Zeit der größten Gefühle, der tiefsten Hoffnungen und meiner Meinung nach der schönsten Momente. Nicht nur, dass Familien sich begegnen, die sich vielleicht vorher Monate nicht gesehen haben, auch die Momente, in denen ich über mich selber nachdenke, sind sehr kostbar. Oh Mann, ein Psychologe würde es vielleicht Selbstreflexion nennen. Ich nenne es einfach Zeit für mich.
Share on FacebookKontraste
Vor einigen Tagen war ich wieder mal im Gallusviertel unterwegs. Es ist nun genau ein Jahr her, seit wir dort weg-gezogen sind. Ein besseres Beispiel habe ich in Frankfurt f?r das Wort "Kontraste" bisher noch nicht "erlebt".
Share on FacebookHerr, wo du wohnst, will auch ich sein
Psalm 61
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Höre, Gott, meinen Hilfeschrei, und achte auf mein Gebet! Bringe mich zum Felsen, der mir zu hoch ist.Aus dem fernen Land rufe ich zu dir, denn ich bin am Ende meiner Kraft. Ich selbst kann mich nicht mehr in Sicherheit bringen, darum hilf du mir und rette mich!
Zu dir kann ich jederzeit fliehen; du bist seit jeher meine Festung, die kein Feind bezwingen kann.
Wo du wohnst, möchte auch ich für immer bleiben. Dort, in deinem Heiligtum. Bei dir suche ich Zuflucht wie ein Küken unter den Flügeln seiner Mutter.
Wohin?
Ich hör grad "Wohin" von "Allee der Kosmonauten". Das ist ein Lied auf der Projekt-CD "Zeichen der Zeit". übrigens sehr zu empfehlen. Kaufen! Marsch, marsch!
Am Ende des Liedes spricht der Sänger den folgenden Text hier:
Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich, du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich. Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, zu hoch, ich kann es nicht begreifen! Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort. Bette ich mich in der Unterwelt, bist du Zugegen. Nehme ich die Flügel des Morgenrots und lasse mich nieder am Äußersten Meer, auch dort wird deine Hand mich ergreifen. Wie schwierig sind für mich, oh Gott, deine Gedanken. Wie Gewaltig ist ihre Zahl! Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand. Käme ich zum Ende, wäre ich noch immer Bei dir.
Heute bewegt mich der Gedanke, was ich ohne Gott wäre. Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Aber ich weiß, wäre Gott nicht, wäre ich nicht. Egal wie ich mich fühle oder wo ich auch stehe, Ich kann mich vor Gott nicht verbergen. Und wenn ich auch mit dem Raumschiff in die entfernteste Galaxie fliegen würde oder auch nur den Kopf in den nächsten Sandkasten stecken würde, so hätte ich alles, nur nicht die Flucht vor Gott. Dieser liebende und gerechte Gott, der sich meiner annimmt und mich geschaffen hat. Der mich liebt, so wie ich bin.
Und selbst wenn ich mich noch so dreckig und schmutzig fühle, würdest du mich "mein geliebtes Kind" nennen. Ich kann dich mein Leben lang leugnen, aber du wartest immer auf mich. Ich kann dich treten und beschimpfen, und du wirst mich trotzdem lieben. Wenn ich ehrlich zu dir komme, wirst du mich aufnehmen.
Ich werd das nie verstehn. Aber ich bin dankbar Gott, dass es so ist.
Share on FacebookZeit
Zeit vergeht und kommt nie wieder. Das wird mir immer wieder bewusst, wenn ich mir meine Kinder anschaue. Ich werde älter und kann nichts dagegen tun. Und schon wieder ist eine Woche wie im Flug vergangen. Oder ein Jahr. Es geht so schnell. Zu schnell. Es kommt mir jedenfalls so vor. Ich würd gern die wichtigsten Momente in meinem Leben einfrieren und immer wieder bei Bedarf abrufen. Und die einzigen Möglichkeiten, die mir bleiben, sind meine Gedanken und Erinnerungen. Und damit diese klar und deutlich sind, muss ich jeden wichtigen Augenblick meines Lebens, so bewusst wie möglich erleben.
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