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29Dez/094

Tag 5 ohne Windows

Es ist schon etwas seltsam ohne Windows. Aber vermiss ich es? Nein! Die Frage ist doch eher, wie ich die letzten Jahre nur MIT Windows leben konnte? ;-) Und nein, keine Angst, das hier wird keine schwarz/weiss Malerei, wie sie in etlichen Foren und Weblogs zu finden ist. Nichts hasse ich mehr, als blinde Vorurteile gegen was-auch-immer.

Tag 5 ohne Windows. Also, was genau bedeutet das nun?

Der Weihnachtsmann war gut zu mir dieses Jahr. Denn seit einigen Tagen darf ich mich glücklich schätzen, einen 13,3" Macbook Pro mein Eigen nennen zu dürfen. Ungeachtet der technischen Leckereien wie etwa 4GB Arbeitsspeicher, einem 2,53 GHz Intel Core 2 Duo Kern und der Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung und dem genial gelösten Multi-Touch-Trackpad, kann ich nur sagen, dass das Alu Gehäuse einfach nur rockt. Es ist edel, elegant und einfach nur geil! :mrgreen:

Ach ja, Multi-Touch-Trackpad? WAS das ist, sieht man hier auf YOUTUBE recht schnell. Einfach nur genial.

Aber kommen wir zu dem eigentlichen Zweck eines solchen Gerätes: die Bedienung.

Was hat sich verändert, seit ich kein Windows mehr benutze?

Ich vermisse nichts, wirklich nichts mehr, seit ich meinen Macbook benutze. Ich vermisse nicht mehr den blöden Task Manager, den ich recht häufig einsetzen musste, um einen aufgehängten Prozess zu beenden, nur weil sich Windows mal wieder uneinig war, ob und wie das Programm beendet werden soll oder nicht. Auch habe ich mir abgewöhnt, während der Rechner noch hoch fährt Kaffee zu holen, weil es einfach nicht mehr so lange dauert. Auch bin ich nicht mehr verwirrt, weil die Verknüpfung zum De-installieren einer Software fehlt. Ich find's auch nicht mehr seltsam, den Ordner des Programms, das ich de-installieren möchte, dann einfach in den Papierkorb zu schmeißen. Das geht ohne Probleme. Und die Tatsache, dass ich ein USB Gerät an jeden USB port anschließen kann, ist schon genial.

Kennt ihr das nicht? Z.B. meinen DVBT Stick - der nicht billig war - konnte ich nur an dem USB port an meinem Windows Rechner benutzen, an dem dieser während der Installation der Software angeschlossen war. Wollte ich mal einen anderen USB port benutzen, zerschoss mir das die Treiber und ich musste diese neu installieren. Blöde Sache. Gab auch keinen workaround oder patch dafür. Ist 'ne Eigenart von Windows, sag ich mal Platt.

Oder diese dubiosen Fehlermeldungen wenn ich eine Software de-installiere, die mich fragen, ob ich die "xyz" DLL Datei auch löschen will, obwohl diese oder eben nicht noch von anderen Programmen mit verwendet wird. Woher soll ich das denn wissen? Aber gut, zur Sicherheit läßt man eben diese Dateien doch auf der Festplatte und man mästet die Festplatte, damit sie immer träger und langsamer wird. Ach ja, es gibt ja noch die tollen Systemtools, mit denen ich mein System bereinigen lassen kann. Absurd, oder?!

Nun ja, ich war ja bei "Tag 5 ohne Windows". Was hat sich verändert?

Gestern Abend zum Beispiel sagte ich meiner Frau, ich müße vor dem Abendessen nur nochmal kurz an den PC, um was zu erledigen. Sie stöhnte und meinte nur flapsig, jaja, dein kurz kennen wir ja. Was soll ich sagen, ich wollte doch nur mal kurz eine Email schreiben. Gesagt getan. Klappe auf, Rechner war an. Programm gestartet und Email geschrieben. Klappe zu, Rechner war aus. Mal abgesehen von den 3 Minuten Schreiben, hat das Auf- und Zuklappen zusammen genau  6 Sekunden gedauert. Aufgerundet  :roll:
Ich war baff und begeistert von der Einfachheit und der Schnelligkeit. Und meine Frau war glücklich, mich recht schnell wieder beim Abendessen gehabt zu haben.

Was will ich denn mehr?! So stell ich mir echte usability vor. Und vor allem, DAS nenn ich mal eine Steigerung der Lebensquaität.

Mein Macbook Pro macht Spass, ist performant, sieht in dem Alu Unibody Design edel aus und läßt mir Softwaretechnisch keine Wünsche offen. Und er war billiger als mein HP Notebook, welches ich mir vor 5 Jahren zugelegt habe. Und ich hätte auch nicht gedacht, dass mir 13,3" ausreichen, aber sie tun es definitiv.

Das meiste was ich benötige ist on-board. Lediglich Lightroom fehlt mir noch  :mrgreen: Und das bischen, was nicht geht, weil es zu sehr Microsoft propriäter ist, wie z.B. einige WMV Dateien mit diesem blöden MSS2 Codec, der auch mit Flip4Mac, VLC, MPlayer oder den "Windows Media® Components for QuickTime" nicht wiedergegeben werden kann, werd ich einfach virtualisieren. Solange, bis ich es nicht mehr brauche.

Um dem ganzen einen fairen Abschluß zu verpassen, MAC OS in der aktuellen Version mit Windows XP zu vergleichen scheint evtl. wie ein Vergleich mit Äpfel und Birnen, da Windows 7 wohl mehr kann. Windows hat Vor- und Nachteile und auch eine gewisse Daseinsberechtigung. Keine Frage.

Es geht mir aber weniger um die Technik, als mehr um ein Stück Lebensqualität, die man verliert ich verloren habe, während wenn man sich ich mich mit offensichtlich unnötigen Problemen beschäftigt habe.

Oder auch andersrum, wie man mehr Lebensqualität zurückgewinnt, für's gleiche Geld. :-)

Denn ohne Windows geht es auch, und es geht offenbar viel einfacher und besser. Ich will gar kein Technik Freak sein, obwohl ich es bin. Ich meine, wenn ich mein Auto gerne fahre, dann nur, weil es praktisch ist, weil ich es verwende, um von A nach B zu kommen. Ich muss doch gar nicht wissen, wie der Motor funktioniert, was sich dahinter verbirgt, welche Nockenwelle evtl. effizienter wäre, oder was auch immer.
Ich will doch nur fahren. Ein Auto ist eine praktische Hilfe.

Dasselbe sollte doch auch ein Computer sein, oder etwa nicht? Ein Gerät, dass mir hilft, das Leben besser und effektiver planen zu können, mit dem ich Bilder bearbeiten kann, um diese wo auch immer hoch zu laden, damit ich sie mit anderen teilen kann, um Emails schreiben zu können, damit ich Freunde erreiche, um im Web surfen zu können, damit ich ein ein Buch oder ein Geschenk bestellen kann, etc, etc, etc.

Zeit zu veschwenden hab ich keine, denn das ist das einzige, was ich nie wieder zurück bekommen werde. Mich mit Windows herumzuschlagen, weil irgendeine Komponente gerade meinem Befehl nicht gehorcht, ist einfach nur überflüssig.

Vorher konnte ich diese Lobeshymnen und Parolen auf Apple nicht begreifen und Sprüche wie diese hier erst recht nicht tolerieren: "Normal enterprises have customers, Apple has disciple".

Aber ein Stück weit kann ich es nun nachvollziehen, auch wenn ich mich morgens vor meinem Macbook NICHT verneige.

Aber wenn dieses kleine Gerät tatsächlich fähig ist, mir Zeit zu verschaffen, damit ich mich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben kümmern kann, dann hat sich der Umstieg schon gelohnt.
Das kann ich nur jedem raten, dem es ähnlich mit Windows geht.

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About Ivan

Ich bin Ivan Slunjski und betreibe BlogNotiz.de in meiner Freizeit. Fotografie ist zwar mein Haupt- und Lieblingsthema, allerdings dient dieses Weblog als Plattform für all das, was mich beschäftigt. Kommentare sind herzlich willkommen. Über jedes Feedback freue ich mich sehr. Jeder kann hier offen seine Meinung zu meinen Artikeln schreiben, aber bitte in einem höflichen Ton. :-)
Kommentare (4) Trackbacks (0)
  1. Hi Ivan,

    wirklich schön geschriebener Bericht deiner letzten 5 Tage mit deinem Mac (hört sich irgendwie komisch an “deine letzten Tage” :wink: ). Naja ich denke du weißt wie ich es meine.

    Einiges kann ich als Windowsnutzer wirklich nachvollziehen. Vor allem bei dem Spruch “ich geh nur mal kurz an den Rechner”, bekommst du garantiert von jeder Frau die selbe Antwort :lol:

    An deinem Windows PC muss aber eigentlich was falsch gelaufen sein, zumindestens was das starten angeht. Meiner braucht da gerade mal 1 Minute. Ok ich hab Windows 7 drauf und einen ACER Aspire M7720 mit Intel i7 (i7-920/2,66) Prozessor, 6 GB Arbeitsspeicher, 1 TerraByte Festplattenkapazität, ATI Radeon HD 4850/1024MB. Der geht ab wie Schmitz Katze :lol:

    Aber gut wir reden ja hier eigentlich auch von Notebooks und da ist mein 5 Jahre “junges” Notebook wirklich Arschlangsam. Da kann man beim Starten wirklich erstmal in Ruhe einen Kaffee holen. Bei Anwendungen, die man starten will/muss, sich nochmal ein Bad einlassen. Aber das ist halt Windoofs und nichts würde ich mehr vermissen, als ständig mein Notebook noch mehr optimieren zu müssen, um einen Bruchteil mehr Performance rauskitzeln zu können (Vorsicht, Ironie).

    In diesem Sinne, wünsche ich dir weiterhin viel Spaß mit dem Teil. Einen guten Rutsch ins neue Jahr und liebe Grüße an die Familie.

    Micha

  2. Guude Micha,

    ja, ich sagte ja bereits, technisch will ich gar nicht vergleichen. ist auch recht schwer. Es geht mehr um das Ganze.

    Außerdem, 6000GB Arbeitsspeicher und eine Trillion Gigaherz arbeiten auf jedem OS sauber ;-)

    Mein Macbook ist halt einfach nur geil!

    Euch auch einen Guten Rutsch ins neue 2010.

    grüße
    ivan

  3. Sehr schöner Bericht. Mir ging es vor einigen Jahren genauso als ich auf Mac umgestiegen bin. Man muss einfach mal mit einem Mac gearbeitet haben, sonst ist es schwer zu beschreiben was die Vorzüge sind. Rein auf dem Papier zahlt man ja für die Hardware mehr als bei einem vergleichbaren PC, aber dafür erhält man in Punkto Usability und Einfachheit einfach auch viel mehr. Viel Spaß noch mit Deinem neuen Macbook ;-)

  4. Danke Paddy, Spaß werd ich haben und die Faszination läßt nicht nach. Ich denk auch, man muss einfach mal einen Macbook benutzt haben.

    Hab letztens ein T-Shirt mit dem folgenden Spruch drauf gesehen.
    Das sagt schon alles:
    “Once You Go Mac, You’ll Never Go Back” :mrgreen:


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